Cameron Highlands
Deutsch /
English
In den Cameron Highlands
Ich werfe morgens erst einmal den Wasserkocher an. MeinGöttergatte hat in weiser Voraussicht aus dem vorigen Hotel ein paarInstant-Kaffeepäckchen gemopst, die jetzt meine Lebensgeister wecken. Titusfrühstückt quietschvergnügt Müsli und möchte dann Runde um Runde UNO spielen,wo er mich wie gewohnt in Grund und Boden zockt. Um uns herum verzieht sich derMorgennebel nur zögerlich, immerhin ist die Temperatur so, dass wir es gutdraußen aushalten.
Bei den Teepflückern
Gegen halb elf brechen wir zu Fuß auf. Die vom Wirt empfohlene Abkürzung brechen wir nach ein paar hundert Metern ab, zu matschig und nass ist der Fußpfad zwischen den Feldern. Wir folgen also einfach dem asphaltierten Weg bis zur BOH Tea Plantation, die wir nach knapp drei Kilometern erreichen. Die Teebäume, die sich an die teilweise sehr steilen Hänge schmiegen, sehen in ihren unterschiedlichen Grünfärbungen sehr pittoresk aus.

Viele Pflücker sind dort unterwegs, die in mühevoller Handarbeit die jungen Triebe abschneiden und vorsichtig in Körben und Säcken verstauen. Wir wandern so gut zwanzig Minuten lang in der Teeplantage bergab, passieren die eher kärglichen Unterkünfte der ausschließlich indischen Arbeiter (inklusive Hindu-Tempel und Grundschule), bis wir auf das Hauptgebäude stoßen.
Leider fällt die geplante Fabrik-Besichtigung wegen Wartungsarbeiten aus, aber eine Mitarbeiterin erklärt uns im Schnelldurchlauf die Tee-Herstellung. Und dann müssen wir im hauseigenen Café natürlich ein paar der Produkte verkosten.

Inzwischen lässt sich zwischen den Wolken hin und wieder dieSonne blicken, und wir legen die Jacken ab, als wir uns auf den Rückweg zurückzur Hauptstraße machen. Das freundliche Angebot eines Touristenpärchens, uns inihrem Mietwagen mitzunehmen, lehnen wir gleich zweimal ab, denn Titus ist heutedermaßen in Wanderlaune, dass er unbedingt die drei Kilometer bis in dennächsten Ort laufen möchte.
Im Erdbeerhimmel
Dementsprechend wacker marschiert er denn auch, ersinnt Geschichte um Geschichte und klagt nur ganz am Ende dieser Etappe über schmerzende Beinchen. Bis dahin haben wir aber die Raaju Hill Strawberry Farm erreicht. Denn die Cameron Highlands sind nicht nur berühmt für ihre Teeplantagen, sondern auch für ihre Erdbeer-Industrie. Für uns gibt es aber zuerst einen stärkenden Kaffee und für Titus einen kleinen Snack; schon jetzt kristallisiert sich heraus, dass das Taschenmesser, der Sparschäler und das Reisebesteck sowie die verschließbaren Plastikdosen die sinnvollsten Bestandteile unseres Reisegepäcks sind.
Danach darf das Kind mit allergrößter Begeisterung ein halbes Kilo Erdbeeren in einem der vielen Gewächshäuser pflücken – und verspeist danach fast alles alleine mit noch größerer Begeisterung und Genuss. Nachdem wir in Singapur über zwei Jahre lang praktisch gar keine Erdbeeren gegessen haben (denn die sind dort unbezahlbar und dazu auch noch geschmacksfrei), ist Titus nun im Erdbeerhimmel.

Gewaltmarsch
Derart gestärkt, treten wir den Rückweg an. Ein Taxi findenwir nämlich nicht, und so entschließen wir uns, den Fußmarsch von weiteren vierKilometern zurück zu unserer Unterkunft zu Fuß in Angriff zu nehmen. Zu unseremErstaunen schafft Titus auch diese Strecke ohne Probleme, und geraderechtzeitig erreichen wir bei einsetzendem Nieselregen um kurz nach 16 Uhr„unser“ Zelt.
Nun ist logischerweise erst einmal Ausruhen angesagt. Eswerden gemütlich im Bett lümmelnd Karten gespielt, Reiseberichte verfasst undgelesen und das Stockbett zigmal erklettert, bis uns allen der Magen knurrt.Heute steht Dosensuppe auf dem Menü, dazu gibt es die restlichen Nudeln und einbisschen Rohkost. Titus darf anschließend tatsächlich selbstständig die Drohnedes Besitzers steuern, der damit in seiner Achtung gleich in himmlische Sphärenschießt. Das Kind jedenfalls ist Feuer und Flamme für dieses Flugabenteuer.
Nach einer heißen Dusche kriechen wir alle unter die Decken, und ich habe tatsächlich mollig warme Füße und schlafe viel besser!
Deutsch /
English
In the Cameron Highlands
First thing in the morning I’ll turn on the kettle. In wise foresight, my hubby has snatched a few instant coffee sachets from the previous hotel, which immediately revives me. Titus is having a quick breakfast, afterwards we play round after round of UNO where he wins as usual. Amongst us the morning fog is lifting only hesitantly, after all the overall temperature is very pleasant and we enjoy being outside.
Tea pluckers
We start our hiking tour around 10:30 a.m. The shortcut recommended by our host we have to break off after a few hundred meters. The footpath between the fields is too muddy and wet. So we simply follow the road to the BOH Tea Plantation, which we reach after about three kilometres. The tea trees, which nestle against the partly very steep slopes, look very picturesque in their different green colours.


There are many tea pluckers in the fields, laboriously cutting off the young shoots by hand and carefully storing them in baskets and bags. We walk downhill for a good twenty minutes in the tea plantation, pass the rather meagre accommodation of the exclusively Indian workers (including Hindu temple and primary school) until we reach the main building.
Unfortunately, the planned factory tour is cancelled due to maintenance works, but one of the workers explains the tea production to us in quick succession. And then we have to taste some of the products in the in-house café, of course.
Meanwhile, between the clouds the sun can be seen from time to time and we take off our jackets as we make our way back to the main street. We twice refuse the friendly offer of a tourist couple to take us in their rented car, as Titus is today in such a good hiking mood that he insists to walk the three kilometres up to the next place.
In strawberry heaven
Accordingly, he marches bravely, creates story after story and only complains about aching legs at the very end of this segment. But by then we have reached the Raaju Hill Strawberry Farm. The Cameron Highlands are not only famous for their tea plantations, but also for their strawberry industry. But for us, we first have a fortifying coffee and for Titus a little snack; already now it crystallizes that the pocket knife, the peeler and the travel cutlery as also the lockable plastic containers are the most sensible parts of our luggage.
Afterwards, the little one is allowed to pick half a kilo of strawberries in one of the many greenhouses with the greatest of enthusiasm – and then eats almost every single one of them with even greater enthusiasm and enjoyment. After not having eaten strawberries at all for over two years in Singapore (because they are far too expensive there and also tasteless), Titus is now in strawberry heaven.

Forced march
Thereby strengthened, we make our way back. Since we cannot find a taxi, we decide to walk another four kilometres back to our accommodation. To our astonishment Titus manages this distance without any problems, and just in time we reach “our” tent shortly after 4 p.m. when the drizzle starts.
Now, logically, we first have to rest. We play cards in bed, write and read travel reports and climb up the bunk bed several times until our stomachs growl. Today we have canned soup on the menu, the remaining noodles and some raw vegetables. Titus is actually allowed to control the drone of our host, who in his respect immediately shoots into heavenly spheres. In any case, the child is on fire for this flying adventure.
After a hot shower we all crawl under the blankets and Iactually have chubby warm feet and sleep much better!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen