Georgetown/Penang (Malaysia) – Surat Thani (Thailand)
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Georgetown/Penang (Malaysia) – Surat Thani (Thailand)
Wieder steht uns ein Reisetag bevor – doch den lassen wir gemütlich angehen. Zuerst genießen wir noch einmal die geballte Ladung Lokalkolorit auf dem Morning Market um die Ecke. Während wir typische weichgekochte Eier in der Tasse (mit oder ohne Sojasauce), Kopi, Pandan Cake und Toast mit süßen Aufstrich für ein paar Cent frühstücken, brutzelt der Koch neben uns in seinem traditionellen Hawker-Wagen Carrot Cake ( Chai Tow Kway: nicht echter Kuchen, sondern eine Art Omelette mit chinesischem Rettich, Eiern, Sojasauce). Von diesen Wagen und Händlern haben Singapurs Hawker Centres ihren Namen, doch dort sind diese seit den 1960er Jahren verboten und mussten fest installierten Garküchen Platz machen.

Abschied von Penang
Im Hotel drückt uns die herzallerliebste Besitzerin hausgemachte Kueh Lapis in die Hand, die laut Norman köstlich schmecken. Doch wir müssen uns verabschieden, nicht ohne mit ihr noch ein Erinnerungsfoto für ihre große Gästewand zu machen. Sie lässt es sich auch nicht nehmen, uns höchstpersönlich ins Taxi zu setzen und uns herzlich zu verabschieden.
Wenige Minuten später steigen wir am Fährhafen aus. Die Rückfahrt auf das Festland ist gratis, und wir haben wieder Glück: Die Fähre legt Punkt 11 Uhr, nur wenige Sekunden nach unserem Einsteigen, ab. Nach zwanzig Minuten Fahrt, in denen wir Georgetown und Penang noch einmal vor Augen haben, legen wir am modernen Bus-/Fährbahnhofsgebäude von Butterworth an.

Wir rechnen hier mit einem längeren Aufenthalt und machen es uns in einem Café gemütlich. Ich mache mich dann auf den Weg, um die Zugtickets an die thailändische Grenze zu erstehen, die man nicht vorab online kaufen konnte. Als ich endlich den Fahrkartenschalter im Nebengebäude gefunden habe, erklärt mir die zuständige Dame, dass sie mir dringend empfiehlt, den Zug um 12:25 Uhr nach Pedang Besar zu nehmen (und nicht den um 14:25 Uhr, den wir eigentlich angepeilt hatten.
Zug bis zur Grenze
Ich kaufe die Fahrkarten, eile zurück zu Norman und Titus und blase zum Aufbruch. Schnell noch einen Abstecher auf die Toilette (denn im Zug soll es wohl kein WC geben), einen Notrationseinkauf am Kiosk, und schon stehen wir am Gleis – zusammen mit hunderten von Fahrgästen.

Der einer S-Bahn ähnliche Komuter Train (Pendelzug) fährt pünktlich ein, und wir ergattern drei Sitzplätze, auf denen wir eng zusammen Platz nehmen. Die Rucksäcke kommen unter die Sitze, und so verbringen wir die genau zweistündige Fahrt bis an die Nordgrenze von Malaysia einigermaßen komfortabel. Titus lässt sich hingebungsvoll mit Buchstabier- und Rechenspielen unterhalten, und auf die Minute pünktlich kommen wir um 14:25 Uhr in Padang Besar an.
Zu Fuß über die Grenze nach Thailand
Nun machen wir uns auf die Suche nach dem Grenzübergang, der ist mehr schlecht als recht ausgeschildert. Doch bald stehen wir nach kurzer Wartezeit vor den malaysischen Grenzbeamten und verlassen nach genau einer Woche Malaysia.
Draußen warten findige Kleinbusfahrer, die uns unbedingt zum thailändischen Grenzübergang fahren wollen. Doch wir lehnen dankend ab und treten den knapp 1-Kilometer-langen Fußmarsch an. Titus fällt ins Mittagstief und hat einen andauernden Wutanfall, immerhin läuft er trotzdem in schwüler Hitze bis zum Grenzposten. Auch dort geht alles zügig voran, nach dem Ausfüllen der Einreiseformulare bekommen wir einen Stempel in den Pass und betreten thailändischen Boden.

Leider steht uns erneut ein längerer Fußmarsch bevor, denn der Bahnhof von Padang Besar auf der thailändischen Seite liegt knapp 2 Kilometer entfernt. Mit dem ganzen Gepäck auf dem Rücken und der Mittagshitze wahrlich kein Vergnügen. Dementsprechend erledigt sind wir, als wir endlich am kleinen Bahnhofsgebäude ankommen. Da hier weit und breit kein Essen in Sicht ist, erkläre ich mich bereit, das Gepäck zu hüten, während Norman und Titus sich auf die Suche nach einem Lokal machen. Zeit haben wir nun doch reichlich, da in Thailand die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden.
Mit dem Zug nach Surat Thani
Ich verbringe fast zwei Stunden auf einer Bank sitzend, lesend und mit anderen Reisenden plaudernd, bis die beiden zurückkommen – und nicht nur eine Portion gebratenen Reis, sondern auch eine frische Kokosnuss für mich dabeihaben!
Inzwischen hat es merklich abgekühlt und Regen zieht auf. Titus lässt noch eine halbe Stunde lang Papierschiffchen im Brunnen schwimmen, und dann fährt um 17 Uhr thailändischer Ortszeit tatsächlich einigermaßen pünktlich unser Zug ein.


Er ist sichtlich in die Jahre gekommen, aber immerhin nicht besonders voll, so dass wir uns nicht nur auf unseren reservierten Sitzplätzen im Waggon, sondern auch drumherum ausbreiten können. Es gibt Steckdosen, Tische und fliegende Händler, die für das leibliche Wohl während der Fahrt sorgen, und die ersten zwei Stunden vergehen wie im Flug.
Im Schlafabteil
Gegen 19 Uhr beginnt der Schaffner, sämtliche Sitze in Betten umzubauen. Er klappt untere Sitze um, lässt auf Augenhöhe ein zweites Bett darüber aufklappen, verteilt frisch gereinigte Laken, bezieht Kissen und legt Decken aus. Bald ist der ganze Waggon in ein Schlafabteil verwandelt, und alle Fahrgäste verschwinden hinter den blauen Vorhängen, die Privatsphäre bieten.

Titus ist fasziniert von diesen Schlafgelegenheiten und kann es gar nicht erwarten, sich gemütlich ins Bett zu kuscheln. Dank der Decken lässt es sich nun auch endlich im eiskalt klimatisierten Abteil aushalten. Nur der Abstecher ins Zug-WC, das erwartungsgemäß eher unglamourös (Loch im Boden) und winzig ist, sagt ihm nicht zu…
Wir verbringen aber nun gar nicht die ganze Nacht im Zug, sondern erreichen nach sechseinhalb Stunden Fahrt und 400 zurückgelegten Kilometern um kurz vor Mitternacht den Bahnhof von Surat Thani an der Ostküste Thailands. Dort erwartet uns leider nicht wie erhofft ein Abholservice. Nach Rückfrage per WhatsApp müssen wir uns auf eine einstündige Wartezeit einstellen. Titus ist definitiv “not amused”, motzt ein wenig und schläft dann ohne viel Federlesen auf meinem Arm ein. Er verpennt dann auch die einstündige Autofahrt nach Don Sak – bis wir dagegen im Bett sind, ist es bereits 2:30 Uhr, und wir sind nun wirklich müde. Reisetage sind anstrengend!
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Georgetown/Penang (Malaysia) – Surat Thani (Thailand)
Again we have a day of travel ahead of us – but we take it easy. First we enjoy the concentrated load of local colour at the Morning Market around the corner. While we have typical soft boiled eggs in a cup (with or without soy sauce), Kopi, Pandan Cake and toast with sweet spread for a few cents, the cook next to us sizzles in his traditional Hawker Carrot Cake (Chai Tow Kway: not a real cake, but a kind of omelette with Chinese radish, eggs, soy sauce). Singapore’s Hawker Centres got their name from these carts, but they have been banned there since the 1960s and had to make way for permanently installed food stalls.

Goodbye to Penang
In the hotel the dearest owner gives us homemade Kueh Lapis (layer cakes make of rice flour and coconut), which taste delicious according to Norman. But we have to say goodbye, not without taking a souvenir photo with her for her large guest photo wall. She also insists on putting us into the taxi herself and hugging us goodbye.
A few minutes later we get off at the ferry port. The return trip to the mainland is free of charge and we are lucky again: The ferry leaves at 11 o’clock sharp, only a few seconds after we boarded. While we enjoy the view of Georgetown and Penang, the ferry takes only twenty minutes until it docks at the modern bus/ferry station building of Butterworth.
To the Thai border crossing by train
We expect a longer stay here and make ourselves comfortable in a café. I then set off to buy the train tickets to the Thai border, which could not be bought online in advance. When I finally find the ticket counter in the station building next door, the lady in charge tells me that she strongly recommends to take the 12:25 pm train to Pedang Besar – and not the 2:25 pm train we had actually planned to take.
I buy the tickets, hurry back to Norman and Titus and blow for departure. Quickly a side trip to the toilet (because there should be no toilet on the train), an emergency supply shopping at the kiosk, and we are ready to board the train – together with hundreds of passengers.

The Komuter Train (shuttle train), similar to a suburban train, arrives on time, and we manage to get three seats in the cramped compartment. The backpacks are put under the seats, and so we spend the exactly two-hour trip to the northern border of Malaysia quite comfortably. Titus is devotedly entertained with spelling and arithmetic games, and we arrive in Padang Besar at 2:25 pm on the dot.
Walking towards Thailand
Now we start looking for the border crossing, which is hard to find. But soon and only after a short waiting time we are standing in front of the Malaysian border officials and leave Malaysia after exactly one week.
Outside there are business-minded minibus drivers waiting for the travellers to drive them to the Thai border crossing. But we decline and start the 1 kilometer long walk. Titus falls into the midday low and throws a quite impressing tantrum. Nevertheless, he walks in sultry heat up to the border post.

The immigration process is smooth and hassle-free, after filling out the immigration forms we get a stamp in the passport and enter Thailand.
Unfortunately we have to walk a longer distance again, because the train station of Padang Besar on the Thai side is about 2 kilometres away. With all the luggage on our backs and the midday heat it is really no pleasure. Accordingly, we are exhausted when we finally arrive at the small station building. As there is no food in sight, I agree to stay with the luggage while Norman and Titus start looking for a restaurant. We have plenty of time now, as in Thailand the clocks are set back one hour.
To Surat Thani by train
I spend almost two hours sitting on a bench, reading and chatting with other travellers until they come back – and not only bring a portion of fried rice but also a fresh coconut for me!
In the meantime it has cooled down noticeably and it started raining. Titus folds paper boats and lets them float in the nearby well for another half hour, and then our train arrives at 5 pm Thai local time, more or less on time.

It has gotten a bit long in the tooth, but at least it is not fully booked so that we can not only spread out on our reserved seats in the wagon, but also on the seats next to us. There are sockets, foldable tables and flying food merchants who take care of the physical well-being during the trip, and the first two hours fly by.

Sleeper Car
Around 7 p.m. the conductor starts to convert all the seats into beds. He folds down the lower seats, has a second bed unfolded above them at eye level, distributes freshly cleaned sheets, covers cushions and lays out blankets. Soon the entire carriage is transformed into a sleeping compartment, and all passengers disappear behind the blue curtains that provide privacy.

Titus is fascinated by these sleeping facilities and can’t wait to snuggle up in bed. Thanks to the blankets, it is finally quite comfortable in the ice-cold air-conditioned compartment. Only the trip to the train toilet, which is, as expected, rather unglamorous (i.e. hole in the floor) and tiny, does not appeal to him…
We don’t spend the whole night on the train, but after a six and a half hour journey and 400 kilometres we reach the station of Surat Thani on the east coast of Thailand shortly before midnight. Unfortunately, there is no pick-up service waiting for us as we had hoped. After a query via WhatsApp we have to be prepared for a one more hour of waiting time. Titus is definitely “not amused”, grumbles a little and then falls asleep on my arm immediately. He then misses the one-hour drive to Don Sak – by the time we get to bed, it’s already 2:30 a.m. and we’re really tired. Travel days are exhausting!
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