Chiang Mai: Von Kindern und Elefanten / About Children and Elephants
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Chiang Mai: Von Kindern und Elefanten
Zum Lärm der Grillen und der Geckos schlafen wir bestens, und sind frühmorgens sehr froh über die dicken Decken, denn es kühlt nachts merklich ab. Wie gut uns die kühle Luft tut, merken wir vor allem daran, dass wir erst nach 9 Uhr aufwachen und den gesamten Morgenlärm der Kinder verschlafen haben.
Die sitzen schon längst im Unterricht, bis wir uns endlicham Frühstückstisch einfinden. Ein paar der älteren Kids erproben denn auchgleich ihre rudimentären Englischkenntnisse an uns und offerieren uns Kaffee.Die Kinder werden von einer befreundeten Kaffee-Farmerin als Baristasausgebildet und wollen uns ihre Künste zeigen.
Danach verscheuche ich die herumlungernden Hunde und Katze und praktiziere eine Yogaeinheit. In Titus habe ich einen treuen Gefährten gefunden, der mir dabei gerne Gesellschaft leistet – auch wenn er findet, dass die Dame im YouTube-Video „zu viel redet“.

Bei den Elefanten
Am späten Vormittag fahren wir knapp zwei Stunden lang zum Elephant Retirement Park in den Norden. Titus genießt die Fahrten im offenen Pickup, er lässt sich den Wind um die Nase wehen, ihn stört der aufgewirbelte Staub nicht. Wir haben Glück: Seit diesem Jahr ist die jahrhundertealte Praxis des „Slash-and-Burn“ (abschlagen und verbrennen) verboten, bei der die Reisbauern die abgeernteten Felder in Brand gesetzt und so für die Neuaussaat vorbereitet haben. Das hat vor allem im letzten Jahr zu katastrophalen Zuständen in der Luftqualität geführt, und nun wurde ein Verbot erlassen. Dass sich die burmesischen und laotischen Nachbarn, die nicht weit sind, natürlich nicht daran halten, führt zu Unmut. Aber momentan liegt kaum Brandgeruch in der Luft.
Im Elephant Retirement Park kümmert man sich um ehemaligeArbeitselefanten, die seit dem Verbot arbeitslos und „unnütz“ sind. Auch hierhaben wir Glück: Die Besucherzahlen gehen wegen des Corona-Virus stetig zurück,und so sind wir heute Nachmittag die einzigen Gäste und bekommen eineRundumbetreuung. Nach einem einfachen Mittagessen – zu Titus‘ Leidwesen wieimmer mit Reis – müssen wir uns zuerst einmal umziehen und bekommen„Arbeitskleidung“. Denn wir sollen gleich zupacken: Mit der Machete zerkleinernwir Zuckerrohrstangen und portionieren Bananen.
Fütterung der grauen Riesen
Beim Weg ins Gelände werden wir sogleich von heranstürmenden Jung-Elefantinnen begrüßt, die natürlich wissen, dass es nun etwas zu futtern gibt. Die Mahouts stehen natürlich immer dabei und passen auf, während Titus ohne Punkt und Komma auf die Tiere einredet und sie völlig unerschrocken füttert. Die größte Überraschung: selbst die drei Jahre alte Elefantenkuh ist bereits größer als der Fünfjährige! Während die großen Tiere dann akribisch und geduldig Bananenstauden zerlegen und fressen, haben wir Gelegenheit für ein paar Fotos und Tierbeobachtungen.
Badespaß
Danach kommt die große Sauerei: Norman und Titus begleiten die Elefanten in den großen Matsch-Pool, in dem sich die Dickhäuter genüsslich wälzen, während den Zweibeinern der Schlamm bis zu den Knien steht. Ich bleibe lieber draußen und schieße Fotos.
Der braune Brei wird im Frischwasser-Becken abgewaschen, und die Elefanten bekommen von uns Hilfe beim Bewerfen mit Sand, der sie vor Insekten und Sonne schützt. Eine Elefantendame hat sich in mich verliebt und berüsselt mich ständig von unten bis oben, dabei rückt sie mir ganz schön auf die Pelle.
Titus, der von allen Mahouts gleichzeitig bemuttert wird und sichtlich großen Spaß hat, darf im Anschluss die Elefanten noch tränken. Professionell hält er den Wasserschlauch und befüllt Rüssel um Rüssel. Dass es auf dem Gelände eine ganze Reihe an Duschen gibt, und wirklich gut durchdacht, denn die haben wir am späten Nachmittag nötig. Ein tolles Erlebnis, das aber auch seinen Preis kostet.
Bei der Rückfahrt legen wir einen Zwischenhalt zum Abendessen in der Pizza Zapp ein, die ebenfalls zur School for Life gehört. Dort können junge Erwachsene und Absolventen der Schule eine Ausbildung in der Gastronomie machen. Es ist urgemütlich dort, die große Terrasse ist liebevoll mit Pflanzen und Sitzecken gestaltet, und wir bleiben länger als gedacht. Erst weit nach Einbruch der Dunkelheit kommen wir zurück zum Kinderheim und mummeln uns diesmal wohlweislich gleich in die warmen Decken ein.
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Chiang Mai: Children and Elephants
To the noise of the crickets and the geckos we sleep very well, and in the early morning we are very happy about the thick blankets, because it cools down at night. The cool air suits us very well and we wake up quite late after 9 o’clock. We even slept through the whole morning noise of the children.
They arealready sitting in class until we finally arrive at the breakfast table. Someof the older kids test their rudimentary English skills on us and offer uscoffee. The children are trained as baristas by a coffee farmer and want toshow us their skills.
AfterwardsI scare off the dogs and cats and practice a yoga session. In Titus I havefound a faithful companion who likes to keep me company – even if he thinksthat the lady in the YouTube video “talks too much”.
Visiting Elephants
In the late morning we drive for almost two hours to an Elephant Retirement Park in the north. Titus enjoys the rides in the open pickup truck, he lets the wind blow around his nose and he is not bothered by the whirled up dust. We are lucky: Since this year the centuries-old practice of “Slash-and-Burn” is banned. Until last year, the rice farmers set fire to the harvested fields to prepare them for new sowing. This led to catastrophic conditions in air quality and therefore the Thai government introduced a ban. The fact that Myanmar and Laos, both not far away, are of course not abiding by it is causing displeasure amongst the Thai people. But at the moment there is hardly any smell of burning in the air.
At ElephantRetirement Park, former working elephants who have been unemployed and“useless” since the ban are being looked after. We are lucky here,too: The number of visitors is steadily decreasing due to the corona virus, andso we are the only guests this afternoon and receive all-round care. After asimple lunch – to Titus’ chagrin as always with rice – we first have to change into“working clothes”. Because we are supposed to get down to workimmediately: With the machete we chop up sugar canes and portion bananas.
Feeding the grey giants
On our wayinto the area we are immediately greeted by young elephants, who of course knowthat there is now something to eat. The mahouts are of course always there tokeep an eye on the animals, while Titus talks to them steadily and feeds themcompletely undaunted. The biggest surprise: even the three-year-old elephant isalready taller than the five-year-old! While the big animals meticulously andpatiently cut up and eat banana trees, we have the opportunity to take somephotos and observe them closely.
Splash Time
After a while, Norman and Titus accompany the elephants into the big mud pool, in which the pachyderms splash with relish, while the bipeds are up to their knees in mud. I prefer to stay outside and take pictures.
The brown mush is washed off in the freshwater pool and the elephants get help from us to throw sand at them, which protects them from insects and the sun. A female elephant has fallen in love with me and constantly trickles me with her trunk from bottom to top.
Titus, who is mothered by all mahouts at the same time and obviously has a lot of fun, is allowed to water the elephants afterwards. Professionally he holds the water hose and fills trunk after trunk. That there are quite a few showers on the site has been really well-thought-out, because we need them in the late afternoon. It has been a great experience, but one that also costs its price.
On the way back we stop for dinner at the Pizza Zapp, which also belongs to School for Life. There, young adults and graduates from the school receive an apprenticeship in gastronomy. It is really cosy there, the large terrace is lovingly decorated with plants and seating areas, and we stay longer than expected. We only return to the children’s home well after dark and this time we wrap ourselves up in the warm blankets when we crawl into bed.
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