Chiang Rai/Thailand – Pakbeng/Laos
Deutsch /
English
VonThailand nach Laos per Bus und Boot, Tag 1: Von Chiang Rai nach Pakbeng
Es dämmert, als wir morgens um 6:30 Uhr von unserer Unterkunft in Chiang Rai mit dem Kleinbus abgeholt werden. Titus und ich dürfen auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, die Fahrerin rückt extra ein wenig zur Seite, damit wir Platz haben. Das Kind ist gut gelaunt, und gemeinsam bestaunen wir die aufgehende Sonne, die wie im Bilderbuch als leuchtend rot-oranger Ball über Reisfeldern am Himmel aufsteigt.

Es ist kaum Verkehr, die Straße ist gut ausgebaut und die Fahrerin fährt aus Rücksicht auf alle Passagiere mit Samthandschuhen.
Grenzübergang Thailand – Laos
Nach genau zwei Stunden erreichen wir das 100 Kilometer weiter nordöstlich gelegene Chiang Khong und den dortigen Grenzübergang. Doch zunächst erwartet uns Papierkram: gleich mehrere Formulare müssen wir auf dem Gehweg sitzend ausfüllen, die Pässe herauskramen, Daten abschreiben, Passbilder und –kopien aus dem Rucksack kramen und US-Dollarnoten bereithalten. Die Fahrerin lotst uns dann zur Passkontrolle, wo wir die Wartezeit für ein schnelles Frühstück aus Bananen und süßen Brötchen nutzen.

Die Ausreise aus Thailand geht fix, ein Stempel in den Pass, einmal in die Kamera gucken, fertig. Adieu, Thailand!
Auf dem Parkplatz steht schon ein Reisebus bereit, der allezwanzig Minuten die Reisenden zum laotischen Grenzposten bringt. Die Zahl derWartenden ist überschaubar, und bald geht die fünf Kilometer weite Fahrt los.Kurz nach der Abfahrt kreuzt der Bus einmal über die Fahrbahn: In Laos herrschtRechtsverkehr!
Am laotischen Grenzübergang wird erst einmal Temperaturgemessen. Nach kurzem Anstehen dürfen wir dem Beamten Passbilder und Pässeaushändigen, werden nach kurzem Abgleichen zum Schalter nebenan gewunken, wowir die fertig mit dem Visum versehenen Pässe zurückbekommen. Nächster Halt:Zahlstelle. Die Dame nimmt die fälligen 90 US-Dollar entgegen, und schon istalles erledigt. Am Ausgang stürmt eine Angestellte auf Titus zu, kneift ihnentzückt ohne Vorwarnung in beide Wangen und zwitschert ihm etwasUnverständliches zu. Das Kind schaut entsetzt und ist wieder einmal völligüberwältigt von den Reaktionen, die es durch pures Erscheinen bei denEinheimischen hervorruft.
Vorbereitungen auf die Bootsfahrt
Draußen werden wir schon erwartet und mit anderen Reisenden auf ein Tuktuk verfrachtet. Es geht ins Büro der Bootsgesellschaft in Houay Xai, wo uns ein Angestellter über den Ablauf der Bootsreise aufklärt. In dem eher einfachen Schuppen gibt es zu Titus‘ Leidwesen leider nur ein Stehklo, dafür aber die Möglichkeit, sich mit Snacks, Getränken und laotischen SIM-Karten zu versorgen. Das Kind ist selig: als Überbleibsel der französischen Kolonialverwaltung gibt es hier Baguettes en masse. Da Norman bereits am Vortag in Chiang Mai laotische Kip getauscht hat, können wir uns also für die bevorstehende Fahrt eindecken.
Per Tuktuk geht es zum Bootsanleger – oder besser gesagt: zum Flussufer. Einen Steg oder Pier gibt es nicht, nur einen staubigen Uferhang, und davor ein paar Verkaufsstände, wo wir noch frische Avocados holen. Anschließend werden die rund 150 wartenden Passagiere (90 Prozent davon Backpacker, der Rest Einheimische) mitsamt Gepäck auf zwei Holzboote verladen.

Das ganze Procedere ist perfekt durchorchestriert und läuft wie am Schnürchen. Nicht einmal fünf Stunden nach der Abfahrt in Chiang Rai geht unsere Mekong-Reise los.
Sieben Stunden auf dem Slow Boat
Der Mekong fließt träge Richtung Süden, und unser vollbeladenesBoot nimmt nur langsam Fahrt auf. Nach vielen Empfehlungen haben wir uns fürein „Slow Boat“ entschieden. Nachdem wir das erste an uns vorbeipreschende„Fast Boat“ (eine kleine Schaluppe mit ohrenbetäubendem Außenborder) gesichtethaben, sind wir froh darüber. Die Unfallquote der Schnellboote ist hoch, Fahrerund Passagiere tragen Motorradhelme (!) und im Idealfall Rettungswesten.
Und die Luxusvariante am anderen Preisende sehen wirebenfalls: zweistöckige, majestätische Holzboote, einem Hausboot ähnlich,tuckern uns entgegen. Auf einem der vielen Balkone sitzen maximal drei odervier Passagiere. Wäre auch schön gewesen, hätte aber dreimal so viel gekostet.
Also richten wir uns auf den ins Boot eingebauten Bus- und Autositzen einigermaßen bequem ein, und verbringen die knapp siebenstündige (!) Fahrt lesend, dösend, Hörbüchern lauschend und Geschichten erzählend. Familien mit Kindern sind keine an Bord, Norman und ich heben den Altersdurchschnitt der anderen Backpacker beachtlich an.

Unter denen wird teilweise Bierdose um Bierdose geöffnet,die Dame am kleinen Kiosk im hinteren Bereich des Boots macht ein gutesGeschäft. Zum Glück ist die Stimmung gut, alle sind freundlich und esentwickelt sich eine Art Gemeinschaftsgefühl auf diesem engen Raum. Alle sinderleichtert, denn die Bordtoilette ist längst nicht so schlimm wie erwartet.
An den Ufern des Mekong
Die Landschaft ist malerisch. An die grünen Ufer schmiegen sich nur hin und wieder ein paar Hütten und Dörfer, ansonsten ist alles dicht bewachsen. An schmalen Kiesstränden baden Kinder aller Altersstufen unbeaufsichtigt im Fluss und winken enthusiastisch, wenn sie unseres Bootes ansichtig werden. Kühe weiden oder trinken, Ziegen klettern auf Felsen umher. Sobald die Sonne den Zenith überschritten hat, taucht sie die Berge, die sich hinter den Uferböschungen in der Ferne auftürmen, in seidiges Licht. Immer öfter sehen wir Einheimische, die mit geflochtenen Sieben auf Goldsuche im schlammigen Wasser sind.

So vergeht also Stunde um Stunde in einer Art Trance. DerKapitän, ein junger Laote, steuert das Boot gekonnt an Untiefen vorbei, diesich an der Wasseroberfläche oft nur durch ein Kräuseln der Wellen oder kleineStrudel zeigen. Zum Glück ist der Mekong momentan wenig befahren, durch dieTrockenzeit führt er wenig Wasser, und viel Platz zum Ausweichen gäbe es nicht.
Zwischenhalt in Pakbeng
Gegen 17:30 Uhr erreichen wir nach etwa 130 Kilometern und einer großen Schleife Richtung Westen Pakbeng, das Ziel für den heutigen Tag. Das kleine Dorf, das sich an den steilen Uferhang schmiegt, lebt von den Reisenden, die hier tagtäglich anlegen und genau eine Nacht in einem der vielen Guesthouses verbringen.

Die Passagiere unseres Bootes werden flugs auf die verschiedenen Tuktuks verladen und zu ihren jeweiligen Unterkünften gebracht. Wir haben vorgebucht, viele entscheiden sich erst vor Ort für eines der Hostels. Das Villa Mekong Guesthouse ist einfach, das Zimmer aber sauber, und wir freuen uns über eine warme Dusche. Auf der Terrasse direkt oberhalb des Mekong nehmen wir ein einfaches Abendessen ein und trinken ein BeerLao.

Leider wird der gemütliche Abend jäh beendet, als ein tropischer Sturm über uns hereinbricht und wir uns schleunigst in unser Zimmer verziehen. Nach dem frühen Aufstehen kommt mir das gerade recht.
Deutsch /
English
FromThailand to Laos by Bus and Boat, Day 1: Chiang Rai to Pakbeng
It dawns when we are picked up by minibus at 6:30 a.m. from our Chiang Rai accommodation. Titus and I are allowed to sit on the passenger seat, the driver moves a little bit to the side to make room for us. The child is in a good mood, and together we marvel at the rising sun, which rises like in a picture book as a bright red-orange ball above rice fields. There is hardly any traffic, the road is well developed and the driver tries to drive as smooth as possible.
Bordercrossing Thailand – Laos

Afterexactly two hours we reach Chiang Khong, 100 kilometres further northeast, andthe border crossing there. But first, we have to fill out several forms sittingon the sidewalk, dig out our passports, copy data, take passport photos and hardcopies of our passports out of our backpacks and have US dollar bills ready.The driver then guides us to passport control, where we use the waiting timefor a quick breakfast of bananas and sweet rolls. The departure from Thailandis quick, a stamp in the passport, a quick look into the camera, done. Goodbye,Thailand!
On theparking lot behind the counter a coach is already waiting to take thetravellers to the Laotian border post every twenty minutes. The number ofpeople waiting is manageable, and soon the five-kilometre journey begins.Shortly after the departure, the bus crosses the road: In Laos there isright-hand traffic!
At theLaotian border checkpoint, there’s a temperature screening before we areallowed to enter the building. After queuing for a bit we are allowed to handover passport photos and passports to the official, and after a short check weare waved to the counter next door, where we get back the passports with thevisa. Next stop: payment counter. The lady accepts the due 90 US dollars andeverything is done. At the exit, an employee storms towards Titus, pinches himin both cheeks without any warning and chirps something incomprehensible tohim. The child looks horrified and is once again completely overwhelmed by thereactions he provokes by his pure appearance among the locals.
Preparationsfor the Boat Trip
Outside a guide is already waiting for us, and together with other travellers we are loaded onto a tuktuk. It is only a short drive to the office of the boat company in Houay Xai, where an employee informs us about the upcoming boat trip. In the rather simple shed there is only a squat toilet to Titus’ regret and he is worried about the long hours on the basic boat. But besides the toilet luckily there is the possibility to buy snacks, drinks and Laotian SIM cards as well. The little one is happy: as a remnant of the French colonial administration there are baguettes en masse. Since Norman has already exchanged Laotian Kip the day before in Chiang Mai, we can stock up for the upcoming trip.
Via tuktuk we go to the landing stage – or better said: to the river bank. There is no jetty or pier, only a dusty bank, and in front of it a few stalls where we get fresh avocados. Afterwards, the approximately 150 waiting passengers (90 percent of them backpackers, the rest locals) are loaded together with their luggage onto two wooden boats.

The whole procedure is perfectly orchestrated and runs like clockwork. Less than five hours after the departure in Chiang Rai our Mekong journey starts.
Seven hourson the Slow Boat
The Mekong flows sluggishly southwards, and our fully loaded boat only slowly picks up speed. After many recommendations we decided to go for a “Slow Boat”. After we have seen the first “Fast Boat” (a small wooden boat with a deafening outboard motor) passing us, we are happy about it. The accident rate of the fast boats is high, driver and passengers wear motorcycle helmets (!) and ideally life jackets.
And we alsosee the luxury variant at the other end of the price range: two-storey,majestic wooden boats, similar to a houseboat, are chugging towards us. Amaximum of three or four passengers are sitting on one of the many balconies.Would have been nice too, but would have cost three times as much.
Thus, we settle down comfortably on the bus and car seats built into the boat and spend the seven hours (!) trip reading, dozing, listening to audio books and telling stories. There aren’t any other families with children on board, Norman and I raise the average age of the other backpackers considerably.

Among them,one beer can is opened after another, the lady at the small kiosk in the backof the boat makes a good deal. Fortunately the atmosphere is good, everybody isfriendly and tries to get to know to other passengers which is easy in thiscramped boat. Everyone is relieved, because the on-board toilet is by far notas bad as expected.
On the Banksof the Mekong
The landscape is picturesque. Only a few huts and villages nestle against the green banks, otherwise everything is densely overgrown. On narrow pebble beaches children of all ages swim unattended in the river and wave enthusiastically when they see our boat. Cows graze or drink, goats climb around on rocks. As soon as the sun has passed its zenith, it bathes the mountains that tower up in the distance behind the embankments in silky light. More and more often we see locals with plaited sieves searching for gold in the muddy water.

So hourafter hour passes in a kind of trance. The captain, a young Laotian, skilfullysteers the boat past shoals that often only show up on the water surface by aripple of the waves or small whirlpools. Fortunately, the Mekong is not verybusy at the moment, due to the dry season it has little water and therewouldn’t be much room to dodge.
Stopover inPakbeng
Around 5:30pm we reach Pakbeng, the destination for today, after about 200 kilometres and a big loop to the west. The small village, which nestles on the steep bank, lives from the travellers who moor here every day and spend exactly one night in one of the many guesthouses.

The passengers of our boat are loaded onto the various tuktuks and taken to their respective accommodations. We have pre-booked, many of the backpackers decide only on the spot for one of the hostels. The Villa Mekong Guesthouse is simple, but the room is clean and we feel enjoy the warm shower.

On the terrace directly above the Mekong we have a simple dinner and a BeerLao; unfortunately, the cosy evening is abruptly ended when a tropical storm reaches Pakbeng and we quickly run back into our room. After getting up early, an early sleep is just what I need.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen