Salzburg: Vertrautes und Neues / Familiar and new sights
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Kulturschock in Österreich?
„Habt Ihr jetzt eigentlich einen Kulturschock, nach der langen Zeit in Asien?“, höre ich in den letzten Tagen häufig. Kulturschock wohl nicht gerade, eher das heimelige Gefühl, mit allem vertraut zu sein. Sprachbarrieren gibt es – bis auf ein paar österreichische Ausdrücke, die vor allem Titus nicht versteht – natürlich nicht. Auf den Speisekarten finden wir nur Bekanntes, und das Kind ist selig über Jause, Apfelsaft gespritzt, Kasnocken und Eisdielen.
Salzburg mit seiner schier unwirklich schönen Altstadt lässt uns staunen. Obwohl wir die Stadt gut kennen, zeigt sich ihre Schönheit jetzt im Frühsommer und ohne die Heerscharen von Touristen auf eine ganz neue Art und Weise. Für Titus ist der Anblick der vielen Kirchen, Schlösser und Häuserfassaden aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert sehr ungewohnt. Die Festung begeistert ihn als Ritter-Fan aber ungemein.

Franziska und Thomas, unsere lieben Freunde, die uns netterweise für drei Nächte beherbergen, kennen Salzburg in- und auswendig und sind die besten Reiseführer. Thomas ist hier verwurzelt und erfreut die Salzburger unter anderem fast täglich mit seinen Karikaturen in den Salzburger Nachrichten. Beim Spaziergang durch die Altstadt mit ihm zeigt er uns Details an Fassaden und erzählt Schwänke aus der Stadtgeschichte, die uns staunen lassen.
Ausflug zum Schloss Hellbrunn
Mit Franziska verbringen wir einen wunderbaren Tag am Schloss Hellbrunn. Die Ausstellung im Schloss über die Zeit von Markus Sittikus, 1612-1619 Fürsterzbischof von Salzburg, ist spannend und sehr, sehr modern gestaltet. Titus klebt förmlich am Audioguide.
Die Wasserspiele sind zwar nicht in vollem Gange, trotzdem werden wir ordentlich nassgespritzt beim damals modernsten Spaß des Fürsterzbischofs. Rein mit Wasserdruck wurden dort Gäste beeindruckt – und verließen nicht selten klatschnass die Abendeinladung. Das begeistert natürlich vor allem Titus sehr, der gar nicht genug bekommen kann von den Wassertricksereien.

In der Altstadt von Salzburg
Wir wandern hoch zum Monatschlössl (erbaut in nur einem Monat), genießen den Ausblick über Salzburg und das beeindruckend große Felsentheater, bevor wir durch die Hellbrunner Allee den langen Rückweg zu Fuß in die Altstadt antreten.

Titus marschiert wie immer ohne Murren viele Kilometer weit, muss aber dann im Café Tomaselli unbedingt ein Eis zur Stärkung essen, während Norman im Tortenglück schwelgt und ich mich bei Fürst mit den besten (!) Mozartkugeln versorge.
Der Rückweg führt uns vorbei an Mozarts Geburtshaus und später am Wohnhaus, und ich bin mir nicht sicher, ob Titus mir wirklich glaubt, dass Mozart himself dort geboren wurde, als ich ihn darauf hinweise. Leider ist es bereits früher Abend, und wir müssen eine ausgiebigere Besichtigung verschieben.
Am Abend gibt es eine richtiggehende Sause im Hause Wizany, neben Dirigent Hans Graf mit seiner Frau Rita, die wir ja bereits in Singapur mehrfach treffen konnten, gesellt sich noch der Konzertmeister des Mozarteumorchesters mit seiner Familie dazu. Es wird mehr als feucht-fröhlich, und der Abend endet spät!
Neues im Bekannten
Einzig dann, wenn ich gedankenverloren in die Gegend starre und einen blonden Haarschopf erblicke, denke ich kurz: „Ah, schau, auch ein Nicht-Asiate“ – um dann gleich darauf festzustellen, dass wir ja nun in Mitteleuropa sind und der Anblick eines Nichtasiaten nicht mehr ungewöhnlich ist.
Ungewohnt ist für uns, dass außer im öffentlichen Nahverkehr die Maskenpflicht in Österreich aufgehoben ist. Immer wieder geht der Griff in die Jackentasche, wo die Masken stets gelagert werden, sobald wir das Haus verlassen. Was wir uns seit dem 10. März antrainiert haben, lässt sich nicht von heute auf morgen ablegen.
Vorbei ist auch die Zeit, in der wir zigmal am Tag das Handy und den darauf befindlichen Health Code vorzeigen müssen, um überhaupt ein Gebäude betreten zu dürfen. Der Umgang mit der Pandemie ist hier überall deutlich entspannter, als wir das auf unserer Reise bisher erlebt haben…
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Culture shock in Austria?
“Are you actually experiencing some kind of culture shock now, after the long period of time in Asia?” is a phrase I’ve been hearing a lot in the last few days. Culture shock isn’t the correct expression. It is more the homely feeling of being familiar with everything. There are no language barriers – except for a few Austrian expressions, which Titus in particular does not understand. On the restaurant menus we only find familiar dishes, and our kid is happy about savoury buns, apple spritzer, cheese dumplings and ice cream parlours.
Salzburg with its almost unreal beautiful old town makes us marvel. Although we know the city well, its beauty now shows itself in early summer and without the hordes of tourists in a whole new way. For Titus the sight of the many churches, castles and house facades from the 15th, 16th and 17th century is very unfamiliar. But the mighty fortress inspires him immensely as a fan of knights.

Franziska and Thomas, our dear friends, who are kind enough to host us for three nights, know Salzburg inside out and are the best travel guides. Thomas belongs to the city and delights the people of Salzburg almost daily with his caricatures in the newspaper. While walking through the old town with him, he shows us details on facades and tells us stories about the city’s history that leave us astonished.
Visiting Hellbrunn Palace
With Franziska we spend a wonderful day at Hellbrunn Palace. The exhibition in the castle about the time of Markus Sittikus, 1612-1619 prince archbishop of Salzburg, is exciting and very, very modern. Titus is literally glued to the audio guide.
Although the Trick Fountains are not in full swing, we are nevertheless splashed with a lot of water during the prince archbishop’s most modern games at the time. Guests were impressed purely by water pressure – and often left the formal dinner soaking wet. Of course, Titus is especially enthusiastic about this, as he can’t get enough of the water tricks.
Around the Old Town of Salzburg
We hike up to the Monatschlössl (meaning “month palace”, built in just one month), enjoy the view over Salzburg and the impressively large Fesentheater, before we make the long walk back to the old town through Hellbrunner Allee.

Titus, as always, marches many kilometres without grumbling, but then has to have an ice cream for refreshment in the famous Café Tomaselli, while Norman indulges in cake heaven and I treat myself to the best (!) Mozartkugel at Fürst’s.

On our way back we walk along Mozart’s birthplace and later the house where he lived, and I’m still not sure whether Titus really believed me when I pointed out to him that Mozart himself was born there. Unfortunately it is already early evening and we have to postpone a more extensive visit.
In the evening there is a real party at Wizany’s house. Conductor Hans Graf and his wife Rita, whom we have already met several times in Singapore, are joined by the concert master of the Mozarteum Orchestra and his family. It becomes more than merry, and the evening ends late!
New in the Known
Only when I stare thoughtlessly into the area and see a blonde shock of hair, I do briefly think, “Ah, look, there is another non-Asian” – only to realize immediately that we are now in Central Europe and the sight of a non-Asian is no longer unusual.
What is unusual for us is that, except in public transport, masks are no longer compulsory in Austria. Again and again we reach into our jacket pocket, where the masks are always stored as soon as we leave the house. What we have been training for since 10 March cannot be taken off overnight.
Gone is the time when we have to show our mobile phone and the health code on it umpteen times a day in order to be allowed to enter a building. Dealing with the pandemic is much more relaxed here than we have experienced on our journey so far…
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