48 Stunden in Budapest / 48 Hours in Budapest

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48 Stunden in Budapest

Bisher war ich zwei Mal in Budapest: einmal als Teenager 1997, inklusive Besuch des legendären Sziget-Festivals. Und ein weiteres Mal 2007, mit meinem lieben Freund Andreas auf unserer alljährlichen Hauptstadt-Tour – bereits damals (aus Kostengründen) beide Male mit dem Zug. Nun steht also ein dritter Besuch an, denn von Bratislava aus liegt Budapest nur eine gut dreistündige Busfahrt entfernt.

Mit dem Bus nach Budapest

Wir finden uns nach schweißtreibendem Fußmarsch von unserem zentral gelegenen Apartment am Busbahnhof von Bratislava ein. Der Flixbus fährt mit ein paar Minuten Verspätung ein, die vordersten Sitzreihen sind gesperrt und der Busfahrer trägt Mundschutz, als er die Fahrkarten und Pässe kontrolliert.

Wir nehmen Platz und genießen die Fahrt über die Autobahn. Sobald wir die ungarische Grenze erreicht haben, wird die Aussicht ein wenig „eintönig“: Sonnenblumenfelder und Windräder, soweit das Auge reicht.

Gegen 13:30 Uhr erreichen wir Budapest Kelenföld, den südlich gelegenen Busbahnhof. Dort kämpfen wir erst einmal mit der neuen Währung, die wir gar nicht so richtig auf dem Schirm hatten. Also erst einmal die Umrechnungstabelle checken, dann zum Geldautomaten, bevor wir ein 24-Stunden-Ticket für die Metro ziehen können.

Zum Glück liegt unser Apartment, das ich über AirBnb gebucht habe, nur wenige Minuten Fußweg von der Station Blaha Lujza tér entfernt. Die Vorabinformationen über Schlüssel-Code und Check-In waren sehr präzise, und wir finden die richtige Wohnung, nachdem Norman todesmutig den höchst antiken Aufzug benutzt hat.

In der kleinen, aber feinen Wohnung bezieht Titus das Hochbett und freut sich wie verrückt über die Schaukel, die mitten im Wohnzimmer von der Decke hängt. Wir haben Mühe, ihn zum Aufbruch zu bewegen!

Margit-sziget

Mit der Tram fahren wir ein paar Stationen bis zur Margaretenbrücke und zur Donau. Wir überqueren die Brücke zur Hälfte und reihen uns in den Strom der Ausflügler ein, die an diesem heißen Sommer-Samstag wie auch wie auf die Margit-sziget (Margareten-Insel) wollen.

Gleich am südlichen Ende müssen wir einen längeren Aufenthalt einlegen. Hier steht nämlich ein großer Brunnen, der zu jeder vollen Stunde zu Musik „tanzt“. Titus ist hin und weg und besteht darauf, gleich mehrere solcher Vorführungen zu besuchen. Dazwischen vertreibt er sich die Zeit auf dem Spielplatz nebenan, während wir den Ruderern und SUPs auf der Donau zusehen.

In einem der Lokale genießen wir ein sehr günstiges Bier, bevor wir zu einer letzten Musikrunde zum Brunnen zurückkehren. Der große Park auf der Insel ist gut besucht, überall haben es sich Gruppen auf Picknickdecken und Liegestühlen bequem gemacht, Sportler und Spaziergänger sind unterwegs und der Strom von Menschen auf der Fußgängerbrücke reißt nicht ab.

Wir nutzen die Tram, die uns direkt zurück zu unserer Unterkunft bringt, und nach einer ausgiebigen Runde auf der Schaukel geht es ins dank des Altbaus halbwegs kühle Bett…

Der nächste Tag beginnt spät für uns, denn morgens werfen wir die Waschmaschine an und hängen danach die nasse Wäsche auf. Bis wir endlich loskommen, ist es schon 11 Uhr – und heiß!

Buda: Labyrinth

Mit dem Bus fahren wir über die Kettenbrücke auf die Buda-Seite und hinauf ins Burgviertel. Um der Hitze zu entkommen, schlage ich einen Besuch im Labyrinth vor. Der gesamte Burghügel ist von unterirdischen Gängen durchzogen, die über die Jahrhunderte als Verstecke, Lagerräume und Werkstätten genutzt wurden. Es ist kalt dort unten – und ziemlich dunkel. Wasser tropft von der Decke, es ist feucht und die Beleuchtung mehr als spärlich. Titus gruselt sich fürchterlich und ist kaum zu bewegen, den Rundgang auf eigenen Füßen zu absolvieren. Für die ausgestellten Skulpturen und die nebligen Abzweige interessiert er sich überhaupt nicht, er möchte nur schnellstmöglich zurück ans Tageslicht. Nach einer guten halben Stunde haben wir den Eingang/Ausgang erreicht und treten hinaus ins gleißende Sonnenlicht.

Burgpalast

Der gesamte Burghügel ist von schmalen Gässchen überzogen, Mittelpunkt ist natürlich die Burg selbst, die vom 13. bis ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder um- und ausgebaut wurde. Im Zentrum befindet sich der Dreifaltigkeitsplatz mit der alles überragenden Matthiaskirche, deren farbenfroh gedecktes Dach in der Sonne glänzt. Die Eintrittspreise sind happig, wir verzichten also auf eine ausgiebige Burgbesichtigung und bestaunen die brandneu restaurierte Anlage sowie den fantastischen Blick über die Donau und nach Pest über die Burgmauer.

Zu Fuß schlendern wir bergab zurück zum Donauufer, und nehmen den Bus hinüber nach Pest. Im traditionsreichen – und beeindruckend großen – Café Gerbeaud, einem echten Budapester “kávéház” lassen wir uns Eiskaffee schmecken. Norman verspeist mit großem Genuss ein Stück Dobos-Torte, die er von seiner aus Wien stammenden Oma kennt. Der große Platz, Vörösmarty tér, ist von wunderschön restaurierten, barocken Fassaden umgeben, und am Brunnen nebenan sorgt Titus für die nötige Abkühlung.

Erzsébet tér

Unser Fußweg führt uns weiter zum Erzsébet tér – den ich von meinem letzten Besuch noch ganz anders in Erinnerung habe. Inzwischen wartet die große Grünfläche mit mehreren Wasserspielen und einem großen Becken auf, in dem man aber zu Titus‘ großem Bedauern nicht schwimmen darf. Schade, bei weit über 30 Grad!

Óbudai-sziget

Mit der Metro fahren wir nach Batthyany Tér. Von der modernen U-Bahn aus steigen wir dort in einen ziemlich in die Jahre gekommenen Vorstadtzug um, der uns am westlichen Donauufer ein Stück nordwärts bringt.

Von Filatorigát spazieren wir über eine rostige Brücke auf die Óbudai-sziget, eine weitere Donauinsel. Deutlich weniger stark frequentiert als die Margit-sziget, mit weitläufigen Wiesen – und einem tollen Spielplatz mit Abenteuerrutschen. Die meisten von ihnen so glühend heiß durch die direkte Sonneneinstrahlung, dass Titus sich mit denen im Schatten begnügen muss. Fast zwei Stunden lang klettert und rutscht er – zum Glück gibt es gleich mehrere Trinkwasserbrunnen, um den Durst zu stillen.

Leider hat das „typisch“ ungarische Lokal auf der Insel, das ich von meinem Besuch 2007 noch in guter Erinnerung habe, geschlossen. Der weite Fußmarsch war also nicht von Erfolg gekrönt. Zum Glück gibt es einen Bus, der dort direkt vor der Tür abfährt und uns in einer großen Runde über Margit-sziget und entlang des beeindruckenden Parlamentsgebäudes wieder ins Stadtzentrums von Pest bringt.

Wir finden ein vegetarisches Restaurant, wie überall (!) gibt es eine englische Speisekarte und Kellner mit ausgezeichneten Englischkenntnissen. Sehr angenehm für uns, denn außer ein paar – wenig hilfreichen – Brocken Ungarisch beherrschen wir die Sprache nicht.

Zu Fuß machen wir uns auf den Heimweg, zum Glück ist die Temperatur in den schattigen Straßen etwas angenehmer. Immer wieder öffnen sich Plätze und geben den Blick auf wunderschöne Wohnhäuser, Kirchen und Paläste frei. Die meisten Fassaden sind renoviert, nur ein paar wenige wirken schmuddelig und ungepflegt. Ungewohnt für uns ist eher die große Zahl an Obdachlosen, die sich hier scheinbar dauerhaft in Hauseingängen, in Parks und U-Bahn-Stationen niedergelassen haben.

Titus ist völlig erledigt, und schafft es nur dank des gefährlich quietschenden Aufzugs bis ins Apartment, wo er dankbar einwilligt, direkt ins Bett zu gehen, obwohl es gerade erst 20 Uhr ist. So ein langer Ausflug in der Sommerhitze macht müde!


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48 Hours in Budapest

So far I have been to Budapest twice: once as a teenager in 1997, including the legendary Sziget-Festival. And another time in 2007, with my dear friend Andreas on our annual capital city tour. Both times by train, mostly due to financial reasons. So now I’m about to make a third visit, because Budapest is only a good three hour bus ride away from Bratislava.

By Bus to Budapest

After a sweaty walk from our centrally located apartment we reach the Bratislava bus station. The Flixbus arrives with a few minutes delay, the front rows of seats are blocked and the bus driver wears face mask when he checks the tickets and passports.

We take a seat and enjoy the ride on the motorway. As soon as we reach the Hungarian border, the view becomes a little “monotonous”: sunflower fields and wind generators as far as the eye can see.

Around 1:30 p.m. we reach Budapest Kelenföld, the bus station located to the south. There we first struggle with the new currency, which we didn’t really have on our screens. So we have to check the conversion table first before heading to the ATM. Then we can buy a 24-hour ticket for the metro.

Fortunately, our apartment that I booked through AirBnb is only a few minutes walk away from the station Blaha Lujza tér. The advance information about key code and check-in was very precise, and we find the right apartment after using the highly antique elevator.

In the small but nice apartment Titus moves into the loft bed and is happy like crazy about the swing hanging from the ceiling in the middle of the living room. We have trouble getting him to leave!

Margit-sziget

With the tram we go a few stops to the Margit bridge and the Danube. We cross the bridge halfway and join the stream of excursionists who want to go to the Margit-sziget (Margaret Island) on this hot summer Saturday as well as to the Danube.

Right at the southern end we have to make a longer stop. There is a big fountain that “dances” to music every full hour. Titus is blown away and insists on visiting several such performances. In between he spends his time on the playground next door while we watch the rowers and SUPs on the Danube.

In one of the pubs we enjoy a very cheap beer before we return to the fountain for a last round of music. The large park on the island is well visited, groups have made themselves comfortable everywhere on picnic blankets and deck chairs, sportsmen and walkers are on their way and the stream of people on the pedestrian bridge never stops.

We use the tram that takes us straight back to our accommodation, and after an extensive round on the swing we go to the bed that is halfway cool thanks to the old building…

The next day starts late for us, because in the morning we start the washing machine and hang up the wet laundry afterwards. By the time we finally get going, it is already 11 o’clock – and hot!

Buda: Labyrinth

We take the bus over the Chain Bridge to the Buda side and up to the castle quarter. To escape the heat, I suggest a visit to the labyrinth. The entire castle hill is criss-crossed by underground passages, which have been used over the centuries as hiding places, storerooms and workshops. It is cold down there – and quite dark. Water drips from the ceiling, it is humid and the lighting is more than sparse. Titus finds it terribly creepy and can hardly be moved to complete the tour on his own feet. He is not at all interested in the exhibited sculptures and the misty detours, he just wants to get back to daylight as soon as possible. After a good half hour we reach the entrance/exit and step out into the glaring sunlight.

Buda Castle

The entire castle hill is covered with narrow alleyways, the centre of which is of course the castle itself, which was repeatedly rebuilt and extended from the 13th to the 20th century. In the centre there is the Trinity Square with the Matthias Church, which towers above everything and whose colourful roof shines in the sun. The entrance fees are high, so we do without an extensive tour of the castle and gaze at the brand new restored complex and the fantastic view over the Danube and to Pest over the castle wall.

On foot we stroll downhill back to the Danube bank and take the bus over to Pest. In the traditional – and impressively large – Café Gerbeaud, a real Budapest “kávéház”, we enjoy iced coffee. Norman eats with great pleasure a piece of Dobos cake, which reminds him of his grandmother who was from Vienna. The large square, Vörösmarty tér, is surrounded by beautifully restored baroque facades, and at the fountain next door Titus provides the necessary cooling.

Erzsébet tér

Our footpath leads us further to Erzsébet tér – which I remember quite differently from my last visit. Meanwhile, the big green area with several water games and a big pool has been built, but to Titus’ great regret, one is not allowed to swim in it. What a pity, with far more than 30 degrees!

Óbudai-sziget

We take the metro to Batthyany tér. From the modern subway, we change there into a rather aged suburban train that takes us northwards along the western bank of the Danube. From Filatorigát we walk over a rusty bridge to Óbudai-sziget, another Danube island.

Much less frequented than Margit-sziget, with spacious meadows – and with a great playground with adventure slides. Most of them are so red-hot from the direct sunlight that Titus has to make do only with those in the shade. For almost two hours he climbs and slides – luckily there are several drinking water wells to quench his thirst.

Unfortunately, the “typical” Hungarian restaurant on the island, which I still have fond memories of my visit in 2007, is closed. So the long walk was not crowned with success. Luckily, there is a bus that leaves right in front of the door and takes us in a big circle over Margit-sziget and along the impressive parliament building back to the city centre of Pest.

We find a vegetarian restaurant, as everywhere (!) there is an English menu and waiters with excellent English skills. Very pleasant for us, because apart from a few – not very helpful – chunks of Hungarian we do not speak the language.

On foot we make our way home, fortunately the temperature is a little more pleasant in the shady streets. Again and again, squares open up and offer a view to beautiful houses, churches and palaces. Most of the facades have been renovated, only a few look dirty and unkempt. What is rather unusual for us is the large number of homeless people who seem to have settled here permanently in house entrances, parks and subway stations.

Titus is completely exhausted, and only thanks to the dangerously squeaking elevator he makes it to the apartment, where he gratefully agrees to go straight to bed, even though it’s only 8 pm. Such a long trip in the summer heat makes even him tired!

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